#107 – Körperfett
Dein heutiges Gesundheits-Upgrade
- Zahl der Woche – 98.000
- Wie viel Körperfett ist gesund?
- 1×1 der Körperfettreduktion
- Challenge der Woche – Körperfett messen
- Zitat der Woche
Zahl der Woche – 98.000
Zahl der Woche: 98.000 Menschen
98.000 Menschen. So viele Teilnehmer stecken in einer großen Meta-Analyse, die untersucht hat, was Short-Form-Videos (TikTok, Reels, YouTube Shorts) mit unserem Gehirn machen.
Die Forscher haben 71 Studien zusammengeführt und geschaut, ob es Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Kurzvideos und verschiedenen mentalen Fähigkeiten gibt. Gemessen wurden vor allem:
Aufmerksamkeit und Konzentration
Impulskontrolle
Gedächtnisleistung
mentale Gesundheit (Stress, Angst, depressive Symptome)
Kurz gesagt: Wie gut funktioniert unser Denken – und verändert sich das, wenn wir regelmäßig durch 15-Sekunden-Clips scrollen?
Der Outcome ist relativ eindeutig. Menschen, die häufig Short-Form-Videos konsumieren, zeigen im Durchschnitt:
schwächere Aufmerksamkeit
mehr Probleme, sich länger auf eine Sache zu konzentrieren
mehr impulsives Verhalten
sowie leicht erhöhte Werte bei Stress, Angst und depressiven Symptomen
Besonders stark war der Zusammenhang bei der Aufmerksamkeitsspanne.
Der Grund liegt wahrscheinlich im Design dieser Plattformen: schnelle Reize, permanenter Dopamin-Kick und ein endloser Feed ohne natürlichen Stopp. Das Gehirn gewöhnt sich daran, alle paar Sekunden neue Inhalte zu bekommen. Dinge, die länger dauern – ein Buch, ein Podcast, konzentriertes Arbeiten – wirken dann plötzlich erstaunlich anstrengend.
Wichtig: Die Studie zeigt Zusammenhänge, keine eindeutige Ursache. Es könnte also auch sein, dass Menschen mit geringerer Konzentration eher zu Kurzvideos greifen. Wahrscheinlich verstärken sich beide Effekte gegenseitig.
Was bedeutet das praktisch?
Short-Form-Videos bewusst nutzen, statt automatisch zu scrollen
Bildschirmzeit begrenzen
regelmäßig Dinge tun, die tiefe Konzentration trainieren (lesen, schreiben, lernen)
Kurzvideos sind damit ein bisschen wie Junkfood fürs Gehirn: ab und zu völlig okay – aber wenn sie zur Dauerbeschäftigung werden, merkt unser Kopf das ziemlich schnell.
Wie viel Körperfett ist gesund?

Erstellt mithilfe von KI
Körperfett hat ein miserables Image. Viele wollen möglichst wenig davon. Aber: Ganz ohne Fett funktioniert unser Körper nicht.
Körperfett ist ein ganz normales Gewebe mit wichtigen Aufgaben:
Energiespeicher für Zeiten mit wenig Nahrung
Schutz für Organe
Isolation gegen Kälte
Hormonproduktion (z. B. Sexualhormone)
Aus evolutionärer Sicht war Körperfett ein riesiger Vorteil. Unsere Vorfahren hatten nicht ständig Zugang zu Essen. Fettreserven entschieden oft darüber, ob man eine Hungerphase überlebt.
Das Problem: Unsere Biologie hat sich kaum verändert – unsere Umwelt schon. Heute gibt es dauerhaft hochkalorisches Essen und wenig Bewegung. Das System, das früher unser Überleben gesichert hat, führt heute schnell zu zu viel Körperfett.
Aber auch das Gegenteil ist ungesund. Zu wenig Körperfett kann zu hormonellen Problemen, schwachem Immunsystem, Müdigkeit und Fruchtbarkeitsstörungen führen.
Die entscheidende Frage lautet also nicht: Fett oder kein Fett?
Sondern: Wie viel und welches?
Verschiedene Arten von Körperfett
Nicht jedes Fett im Körper ist gleich.
Weißes Fettgewebe
Das klassische Körperfett. Es speichert Energie. Zu viel davon – besonders am Bauch – erhöht das Risiko für Stoffwechselkrankheiten.
Braunes Fettgewebe
Das „aktive“ Fett. Es verbrennt Energie, um Wärme zu erzeugen. Babys haben viel davon, Erwachsene nur noch kleine Mengen.
Viszerales Fett
Das problematischste Fett. Es liegt zwischen den Organen im Bauchraum und produziert entzündungsfördernde Stoffe. Ein hoher Anteil ist mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Stoffwechselproblemen verbunden.
Gesunder Körperfettanteil
Die folgenden Bereiche gelten als grobe Orientierung für gesunde Erwachsene:

Frauen haben biologisch bedingt mehr Körperfett, weil Fettgewebe eine Rolle für den Hormonhaushalt und die Fortpflanzung spielt.
Die wichtigste Erkenntnis: Gesund ist ein mittlerer Bereich. Zu viel Körperfett belastet den Stoffwechsel – zu wenig belastet den Hormonhaushalt. Oder anders gesagt: Nicht maximal „lean“ sein ist das Ziel, sondern ein Körperfettanteil, mit dem dein Körper langfristig gut funktioniert.
1×1 der Körperfettreduktion
Die gute Nachricht: Körperfett zu verlieren ist kein Geheimnis. Die Grundlage sind zwei Dinge – Ernährung und Krafttraining.
1. Ernährung: Satt werden mit weniger Kalorien
Der wichtigste Hebel ist ein moderates Kaloriendefizit. Das klappt am besten mit Lebensmitteln, die viel Volumen haben und lange satt machen.
Besonders hilfreich sind:
Gemüse: Brokkoli, Blumenkohl, Karotten
Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen, Kichererbsen
Kartoffeln
Haferflocken
Vollkornprodukte
Proteinreiche Lebensmittel (z. B. Quark, Eier, Fisch, Hülsenfrüchte)
uch spannend: Flohsamenschalen. Sie enthalten viele lösliche Ballaststoffe, quellen im Magen auf und sorgen für ein längeres Sättigungsgefühl. Der gemeinsame Nenner dieser Lebensmittel: viel Volumen, viele Ballaststoffe, hohe Sättigung – bei vergleichsweise wenig Kalorien.
2. Krafttraining: Der unterschätzte Fettverbrenner
Viele versuchen Körperfett nur über Ernährung oder Cardio zu verlieren. Was oft vergessen wird: Muskeln helfen dir langfristig dabei, Fett zu verbrennen. Muskulatur ist sogenannte stoffwechselaktive Masse. Das bedeutet: Sie verbraucht Energie – auch im Ruhezustand.
Mehr Muskeln führen deshalb zu:
einem höheren Grundumsatz
besserer Insulinsensitivität
langfristig leichterem Gewicht halten
Krafttraining signalisiert deinem Körper außerdem: „Diese Muskulatur wird gebraucht – bitte nicht abbauen.“ Das sorgt dafür, dass beim Abnehmen mehr Fett und weniger Muskelmasse verloren geht.
Die einfache Formel
Wer Körperfett reduzieren möchte, fährt langfristig am besten mit:
überwiegend unverarbeiteten, sättigenden Lebensmitteln
ausreichend Protein
regelmäßigem Krafttraining
Keine Detox-Kur. Keine Wunderdiät. Nur solide Gewohnheiten – die tatsächlich funktionieren.
Challenge der Woche – Körperfett messen
Challenge der Woche: Körperfett messen
Wenn du deinen Körper verändern willst, brauchst du zuerst eine ehrliche Ausgangsbasis. Die Challenge dieser Woche ist deshalb: Finde deinen Körperfettanteil heraus. Es gibt dafür mehrere Möglichkeiten:
1. Körperfettwaage
Viele moderne Waagen schätzen den Körperfettanteil über elektrische Impulse (Bioimpedanz). Die Werte sind nicht perfekt, geben aber eine grobe Orientierung. Wichtig ist, immer unter ähnlichen Bedingungen zu messen (z. B. morgens).
2. Messung mit der Hautfaltenzange
Mit einer sogenannten Caliper-Zange wird die Dicke bestimmter Hautfalten gemessen (z. B. Bauch, Brust, Oberschenkel). Daraus lässt sich der Körperfettanteil relativ zuverlässig berechnen – vor allem, wenn immer dieselben Stellen gemessen werden.
3. Vergleich über Körperfett-Fotos
Die einfachste Methode: Vergleiche deinen Körper mit Referenzbildern verschiedener Körperfettanteile. Das ist natürlich nur eine Schätzung, funktioniert aber überraschend gut, um eine grobe Einordnung zu bekommen. Hier findest du solche Bilder.
Das Ziel dieser Challenge ist nicht Perfektion. Es geht darum, einen Startpunkt zu definieren. Wenn du deinen Körperfettanteil kennst, kannst du in ein paar Wochen überprüfen: Hat sich tatsächlich etwas verändert?