Prenuvo: was der Ganzkörper-MRT-Scan kann und kostet
Was Prenuvos Ganzkörper-MRT verspricht, was es kostet und warum es für Deutschland noch Zukunftsmusik ist, dazu der DKV-Report mit nur 2 Prozent rundum Gesunden und die Vorsorge-Challenge.

Kurz gesagt
Prenuvo bietet Ganzkörper-MRT ohne Strahlung für 2.500 bis 4.000 US-Dollar, in den USA, Kanada, Großbritannien und Australien, selbst bezahlt. Sinnvoller Schritt hier: die eigene Vorsorge prüfen.
- Urteil: spannende Zukunftsmusik, kein Tipp für heute. Prenuvo scannt in unter einer Stunde den ganzen Körper per MRT ohne Strahlung und Kontrastmittel, soll Tumore ab Stadium 1 und Hinweise auf Autoimmunerkrankungen erkennen. Kosten 2.500 bis 4.000 US-Dollar pro Scan, Versicherungen zahlen nicht.
- Für Menschen in Deutschland aktuell keine Option: in Deutschland nicht verfügbar (Standorte in den USA, Kanada, London und Australien), ein vergleichbarer Anbieter fehlt hier. Dazu kommt die Gefahr der Überdiagnose durch viele kleine Befunde. Nur 2 Prozent der Deutschen leben laut DKV-Report 2025 rundum gesund, der Beitrag rät, bei den Basics anzufangen.
- Günstiger Weg, die Challenge der Woche: Prüf deine persönliche Vorsorgesituation. Was wurde schon gemacht, was steht an, was wäre zusätzlich sinnvoll. Und die Basics, an denen der DKV-Report misst: die WHO-Empfehlung für Bewegung, täglich Obst und Gemüse, Stress im Griff.
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Dein heutiges Gesundheits Upgrade
- Zahl der Woche – 2%
- Die Revolution in der Gesundheitsversorgung?
- Die nahe Zukunft der Prävention
- Challenge der Woche: Vorsorgeuntersuchungen
- Zitat der Woche
Zahl der Woche – 2%
Nur 2 % der Deutschen leben wirklich rundum gesund. Das zeigt der neue DKV-Report 2025, der fünf zentrale Gesundheitsbereiche unter die Lupe nimmt: Bewegung, Ernährung, Rauchen, Alkohol und Stress. Wer in allen fünf Disziplinen fit ist, gehört zur verschwindend kleinen Elite von zwei Prozent. Hier ein paar Highlights (oder eher Lowlights?):
- Bewegung: 68 % erreichen die WHO-Aktivitätsempfehlung für zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen, beim Muskeltraining schafft es nur etwa ein Drittel (DKV-Report 2025).
- Ernährung: Lediglich 34 % erreichen den Ernährungs-Benchmark, der sich an den DGE-Empfehlungen orientiert (DKV-Report 2025).
- Stress: Über ein Viertel schätzt die eigene Stressbelastung als hoch oder sehr hoch ein, nur 20 % gehen laut Benchmark gesund damit um (DKV-Report 2025).
- Alkohol & Rauchen: 80 % rauchen und dampfen nicht, aber nur 29 % verzichten vollständig auf Alkohol (DKV-Report 2025).
Was sagt uns das? Gesundheit ist kein „Nice-to-have“, sondern ein ziemlich komplexes Zusammenspiel. Wer denkt, „Ich jogge ja, das reicht“, ignoriert den Rest des Puzzles. Es geht nicht um Perfektion, aber um Bewusstsein und Balance. Wo anfangen? Am besten bei den Basics.
Die Revolution in der Gesundheitsversorgung?

Erstellt mit Dall-E
Durch fortschreitende Technik und ein verändertes Mindset wird Prävention immer wichtiger. Die Medizin wird zunehmend vor dem Entstehen von Krankheiten aktiv und beschäftigt sich nicht mehr nur mit dem Behandeln von Krankheiten. Das zeigt sich jetzt auch bei einem neuen Gesundheitsdienstleister in den USA: Prenuvo.
Prenuvo bietet Ganzkörper‑MRT‑Scans ohne Strahlung oder Kontrastmittel, in unter einer Stunde, und zielt darauf ab, hunderte Krankheiten frühzeitig zu erkennen, bevor sie zum Problem werden. Konkret werden folgende Bereiche untersucht:
- Tumore (laut Anbieter z. B. Krebs schon ab Stadium 1)
- Autoimmunerkrankungen, etwa Hinweise auf Multiple Sklerose
- Metabolische Erkrankungen wie Fettleber oder Hämochromatose
- Hirnaneurysmen (aber keine Herzgefäße oder Lungenmikroarchitektur)
- Gutartige Befunde wie Zysten, Hämatome, Hämangiome oder Abszesse
- Wirbelsäulen- und Gelenkdegenerationen (z. B. Alterserscheinungen, Bandscheibenveränderungen)
- Gallensteine und Nierensteine
- Zusätzlich deckt der Scan hunderte von Bedingungen ab, Kopf (inkl. Gehirn), Nacken, Brustkorb, Abdomen, Becken, Beine
Zusätzlich gibt es eine Körperanalyse mit der noch folgendes aufgezeigt werden kann:
- Viszerales Fett (im Bauchraum)
- Subkutanes Fett (unter der Haut)
- Leberfett inkl. Verteilungskarte + Einstufung (z. B. mild, moderat)
- Größen von Organen (Leber, Milz, Nieren)
- Gesamte Muskelmasse
- Muskelvolumen der unteren Körperregion (Hüfte, Oberschenkel, Waden etc.)
- Symmetrieanalyse der unteren Körpermuskulatur
Diese Untersuchung ist so beeindruckend, weil sie mit einer einzigen nicht-invasiven Methode in nur einer Stunde laut Anbieter Hunderte potenzielle Krankheiten aufspüren soll, teilweise lange bevor Symptome auftreten. Keine Nadeln, keine Strahlung, kein Kontrastmittel -> einfach reinlegen, scannen lassen, fertig.
Und das Beste: Man spart sich damit gleich eine ganze Reihe einzelner Vorsorgeuntersuchungen. Statt zum Gastroenterologen, Urologen, Radiologen und Orthopäden zu rennen, gibt’s hier das Komplettpaket, von Tumor‑Screening bis Bandscheibenvorfall. Klar, einige klassische Checks bleiben trotzdem sinnvoll. Aber das Gefühl, einmal komplett durchleuchtet worden zu sein, hat schon was Beruhigendes.
Hinzu kommt: Viele kleine „Baustellen“, die sonst oft unentdeckt bleiben, wie Leberfett, kleine Aneurysmen oder degenerative Gelenkveränderungen, können früh erkannt und beobachtet werden. Das ist keine Garantie für ewiges Leben, aber vielleicht ein kluger Schritt in Richtung bewussterem Umgang mit dem eigenen Körper
Die nahe Zukunft der Prävention
So cool das alles klingt, es gibt natürlich auch Schattenseiten. Prenuvo ist kein Schnäppchen: Rund 2.500 bis 4.000 USD pro Scan, je nach Standort und Paket. Und das komplett aus eigener Tasche, Versicherungen zahlen (noch) nicht. Zudem hat Prenuvo Standorte nur in den USA, Kanada, London und Australien, einen vergleichbaren Anbieter gibt es in Deutschland aktuell nicht.
Dazu kommt die Gefahr der Überdiagnose: Viele kleine Befunde, die eigentlich harmlos sind, können zu unnötiger Panik und einem Marathon an Folgeuntersuchungen führen (Martins da Fonseca 2025; Petralia 2026). Aber wohin geht die Reise? Die nahe Zukunft der Prävention könnte ziemlich futuristisch, und extrem individuell, aussehen.
Stell dir vor: Du machst einen Ganzkörperscan, ergänzt durch einen Bluttest auf Krebszellen, dazu ein DNA-Profil, das deine genetischen Schwächen aufdeckt und eine Mikrobiomanalyse, die zeigt, was dein Darm so treibt. Daraus entsteht dein persönliches Longevity-Protokoll: maßgeschneiderte Ernährung, Supplements, Sport, Lifestyle, alles abgestimmt auf deinen biologischen Status.
Klingt nach Sci-Fi, ist aber näher dran als man denkt. Start-ups wie Prenuvo sind nur der Anfang. In manchen Longevity Kliniken geht es bereits in diese Richtung. Die Kombination aus Hightech-Diagnostik, KI und personalisierter Medizin hat das Potenzial, die klassische Vorsorge komplett umzubauen, von „wir reagieren auf Krankheit“ hin zu „wir verhindern sie, bevor sie entsteht“.
Zukunftsmusik? Vielleicht. Aber eine ziemlich spannende.
Challenge der Woche: Vorsorgeuntersuchungen
Vorsorge ist einer dieser Punkte, die im Alltag gerne untergehen, obwohl sie so entscheidend sind. Wann hast du zuletzt überprüft, welche Untersuchungen für dich aktuell sinnvoll wären? Genau darum geht es in dieser Woche.
Nimm dir etwas Zeit, um deine persönliche Vorsorgesituation zu reflektieren. Was wurde schon gemacht, was steht an, und was wäre vielleicht zusätzlich sinnvoll? Gerade wenn du langfristig in deine Gesundheit investieren möchtest, ist ein strukturierter Überblick wichtig.
Falls du nicht weißt, wo du anfangen sollst: Ich habe eine Übersicht zusammengestellt, die dir zeigt, welche Longevity-Vorsorgeuntersuchungen je nach Alter, Geschlecht und Risikoprofil sinnvoll sind. Du findest sie hier: beyond100.io/longevity-vorsorgeuntersuchungen
Es geht nicht darum, alles sofort umzusetzen. Sondern darum, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Ein kleiner Schritt heute kann langfristig einen großen Unterschied machen.
Zitat der Woche
„Wer ein Übel erkennt, hat es schon fast geheilt.“ , Prentice Mulford
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Gregor Karmann