#110 – Insulinresistenz
Dein heutiges Gesundheits-Upgrade
- Zahl der Woche – 6 Minuten
- Insulinresistenz = Diabetes?
- Wie du eine Insulinresistenz vermeidest
- Challenge der Woche – Ballaststoff Upgrade
- Zitat der Woche
Zahl der Woche – 6 Minuten
Forscher der Universität Otago in Neuseeland haben etwas Bemerkenswertes herausgefunden: Schon 6 Minuten intensives Radfahren können die Konzentration eines bestimmten Proteins im Blut auf das 4- bis 5-fache ansteigen lassen – und zwar von BDNF.
Nie gehört? Kein Problem. BDNF steht für „Brain-Derived Neurotrophic Factor“ – auf Deutsch: ein Wachstumsfaktor fürs Gehirn. Er fördert die Bildung neuer Nervenverbindungen, stärkt das Gedächtnis und schützt Neuronen vor dem Absterben. Kurz gesagt: BDNF ist so etwas wie Dünger für dein Gehirn.
Warum ist das wichtig? Weil ein niedriger BDNF-Spiegel mit einem erhöhten Risiko für Alzheimer und Parkinson in Verbindung gebracht wird. Und weil die Pharmaindustrie bisher keinen Weg gefunden hat, BDNF sicher von außen zuzuführen.
Dein Körper kann es aber selbst – mit Bewegung.
Die Studie zeigt auch: 90 Minuten lockeres Radeln erhöhen BDNF kaum. Und 20 Stunden Fasten? Gar nicht. Die kurze, intensive Einheit schlägt beides deutlich.
Das heißt nicht, dass du ab morgen nur noch sprinten sollst. Aber es ist ein gutes Argument dafür, ab und zu richtig Gas zu geben – auch wenn es nur 6 Minuten sind. Dein Gehirn wird es dir danken.
Insulinresistenz = Diabetes?

Erstellt mithilfe von KI
Du fühlst dich oft müde nach dem Essen, hast ständig Heißhunger oder nimmst irgendwie leichter zu als früher? Willkommen in der Welt der Insulinresistenz.
Insulin ist das Hormon, das Zucker aus deinem Blut in deine Zellen schleust. Läuft alles rund, ist das ein ziemlich geniales System. Bei einer Insulinresistenz allerdings reagieren deine Zellen immer schlechter auf Insulin. Bedeutet: Zucker bleibt länger im Blut, und dein Körper produziert immer mehr Insulin, um das auszugleichen. Das ist ein großer Stressor für deinen Stoffwechsel.
Insulinresistenz ist nicht gleich Diabetes. Aber sie ist oft die Vorstufe dazu. Wenn dein Körper dauerhaft gegen diese Resistenz ankämpft, kann das irgendwann kippen – und genau dann sprechen wir von Typ-2-Diabetes.
Wie entsteht das Ganze?
- Dauerhaft hohe Zucker- und Kohlenhydratzufuhr
- Zu wenig Ballaststoffe
- Bewegungsmangel (ja, Couch zählt auch)
- Übergewicht, vor allem Bauchfett
- Chronischer Stress und schlechter Schlaf
Insulinresistenz entwickelt sich schleichend. Du merkst es nicht sofort. Kein lautes Warnsignal, eher ein leises „Irgendwas ist anders“. Genau deshalb lohnt es sich, früh hinzuschauen.
Wie kannst du testen, wie es um dein Insulin steht?
Das Gemeine an Insulinresistenz: Du merkst sie lange nicht direkt. Typische Hinweise können Heißhunger (vor allem auf Süßes), Müdigkeit nach dem Essen, Bauchfett oder ein ständig schwankendes Energielevel sein. Sicher feststellen lässt sich das aber nur über Blutwerte. Wichtig: Eine einfache Nüchtern-Blutzuckermessung reicht dafür nicht aus.
Dein Blutzucker kann noch völlig normal sein, während dein Körper schon längst mehr Insulin produziert, um das auszugleichen. Aussagekräftiger sind Werte wie Nüchterninsulin, der HOMA-Index oder ein oraler Glukosetoleranztest. Diese zeigen, wie stark dein Körper „arbeiten muss“, um den Blutzucker stabil zu halten.
Wenn du den Verdacht hast, lohnt sich also ein genauer Blick – nicht nur auf den Zucker, sondern auf das gesamte System dahinter. Die gute Nachricht: Du kannst aktiv etwas dagegen tun. Und zwar mehr, als du vielleicht denkst …
Wie du eine Insulinresistenz vermeidest
Jetzt kommt der Teil, den dein Körper lieben wird (auch wenn dein innerer Schweinehund kurz protestiert). Insulinresistenz ist kein Schicksal. Sie ist in vielen Fällen das Ergebnis von Gewohnheiten – und genau da liegt deine Chance.
Was wirklich hilft:
- Bewegung (und zwar regelmäßig)
Du musst kein Marathon laufen. Aber deine Muskeln sind echte Zuckerfresser. Schon tägliche Spaziergänge oder kleine Krafttrainingeinheiten verbessern deine Insulinsensitivität deutlich. - Weniger Zucker, smartere Kohlenhydrate
Weißbrot, Süßkram & Co. treiben deinen Blutzucker Achterbahn. Setz lieber auf komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe und Eiweiß. Einfach Leinsamen/Flohsamenschalen mit in dein Müsli, Salat, Eintopf geben und schon hast du eine extra Portion Ballaststoffe. - Gewicht im Blick behalten
Vor allem Bauchfett spielt eine große Rolle. Schon kleine Veränderungen können hier einen riesigen Effekt haben. - Schlaf und Stress nicht ignorieren
Zu wenig Schlaf und Dauerstress pushen deine Insulinresistenz. Ja, wirklich. Dein Körper unterscheidet nicht zwischen Säbelzahntiger und Termindruck. - Esspausen einbauen
Ständiges Snacken hält deinen Insulinspiegel permanent oben. Pausen zwischen den Mahlzeiten geben deinem Körper die Chance, wieder runterzufahren.
Klingt nicht spektakulär? Ist es auch nicht. Am Ende des Tages sind es immer wieder die Longevity Basics die den Unterschied machen.
Challenge der Woche – Ballaststoff Upgrade
Diese Woche drehen wir den Spieß um. Statt Verzicht gibt’s ein Upgrade.
Deine Aufgabe: Baue für 7 Tage bewusst mehr Ballaststoffe in deine Ernährung ein. Ziel ist nicht Perfektion, sondern ein spürbarer Unterschied im Alltag.
Und mit diesen Tipps gehts ganz einfach:
- Ergänze täglich Leinsamen oder Flohsamenschalen in dein Müsli, deinen Joghurt, Salat oder Eintopf
- Wenn du snackst, dann greif zu ballaststoffreichem Gemüse wie Karotten, Paprika oder Gurke
- Starte den Tag mit Hafer/Dinkel/Buchweizenflocken statt Weißmehlprodukten
- Tausche helle Beilagen gegen Vollkornvarianten (Reis, Brot, Nudeln)
- Baue regelmäßig Hülsenfrüchte ein, zum Beispiel Linsen, Kichererbsen oder Bohnen
- Iss Obst nicht als Saft, sondern im Ganzen, so bleiben die Ballaststoffe erhalten
- Streue Nüsse oder Samen über deine Mahlzeiten für ein schnelles Upgrade
Ballaststoffe helfen dir, deinen Blutzucker stabil zu halten, sorgen für längere Sättigung und unterstützen deine Verdauung. Das führt zu weniger Heißhunger, mehr Kontrolle, bessere Energie.
Achte darauf, wie sich dein Sättigungsgefühl verändert. Du wirst überrascht sein, wie lange dich diese einfache Anpassungen satt halten.
Zitat der Woche
„Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.“ – Konfuzius