Älterer bärtiger Mann stützt sich mit der Hand an eine Marmorsäule, Sinnbild für Knochendichte

Knochendichte: Tabelle nach Alter, T-Wert und Z-Wert

Wie die DXA-Messung funktioniert, was T-Wert und Z-Wert bedeuten, wie häufig Osteopenie und Osteoporose in jedem Alter sind, wann die Kasse zahlt und was die Knochendichte messbar hebt.

Älterer bärtiger Mann stützt sich mit der Hand an eine Marmorsäule, Sinnbild für Knochendichte
Bild: KI-generiert

Kurz gesagt

Normal ist ein T-Wert ab −1, Osteopenie liegt zwischen −1 und −2,5, Osteoporose bei −2,5 und darunter. Mit 70 hat nur noch rund jede fünfte Frau einen normalen Wert.

  • Die Knochendichte wird per DXA an Lendenwirbelsäule und Hüfte gemessen, mit einer Strahlendosis von rund 0,01 mSv pro Region (Damilakis 2010). Der T-Wert vergleicht dich mit jungen Erwachsenen, der Z-Wert mit Gleichaltrigen. Unter 50 und vor der Menopause zählt der Z-Wert (Slart 2025).
  • In den NHANES-Daten hatten von den Frauen zwischen 70 und 79 Jahren 25,7 Prozent eine Osteoporose und 51,8 Prozent eine Osteopenie, bei Männern gleichen Alters 5,0 und 41,8 Prozent (Wright 2014). Eine einzelne „normale Knochendichte mit 70“ gibt es deshalb nicht.
  • Die Osteopenie ist keine Entwarnung: 82 Prozent der Frauen mit Brüchen hatten einen T-Wert besser als −2,5 (Siris 2004). Schweres Krafttraining mit Sprüngen hob die Knochendichte der Lendenwirbelsäule in acht Monaten um 2,9 Prozent (Watson 2018).

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Eine Knochendichte-Tabelle nach Alter ist das, was die meisten nach dem Befund einer Knochendichtemessung suchen: Ist mein Wert für mein Alter normal? Die ehrliche Antwort ist zweiteilig. Die Grenzen für Osteopenie und Osteoporose sind fest und hängen nicht vom Alter ab. Wie häufig man unter diese Grenzen rutscht, hängt dagegen stark vom Alter ab. Dieser Guide erklärt die Messung, den Unterschied zwischen T-Wert und Z-Wert, zeigt in Tabellen, wie viele Frauen und Männer in jedem Lebensjahrzehnt betroffen sind, wann die Krankenkasse zahlt und was du konkret tun kannst.

Was ist Knochendichte?

Die Knochendichte (Knochenmineraldichte, englisch bone mineral density, BMD) gibt an, wie viel Mineral, vor allem Calcium in Form von Hydroxylapatit, in einem Knochenabschnitt steckt. Bei der Standardmessung wird sie als Flächendichte in Gramm pro Quadratzentimeter angegeben. Sie ist nicht dasselbe wie Knochenfestigkeit, denn die hängt auch von der inneren Architektur ab, aber sie ist der beste einzelne Messwert, den wir dafür haben.

Die Knochendichte baut sich in Kindheit und Jugend auf. Wann der Gipfel (Peak Bone Mass) erreicht ist, unterscheidet sich je nach Knochen: In einer kanadischen Längsschnittstudie lag er bei Frauen an der Hüfte zwischen 16 und 19 Jahren, an der Lendenwirbelsäule zwischen 33 und 40 Jahren (Weaver 2016). Der Lebensstil beeinflusst 20 bis 40 Prozent dieser Spitzenknochenmasse (Weaver 2016).

Danach geht es langsam bergab, und bei Frauen rund um die Menopause deutlich schneller. In der SWAN-Studie verloren Frauen in den zehn Jahren um die letzte Regelblutung 10,6 Prozent Knochendichte an der Lendenwirbelsäule und 9,1 Prozent am Schenkelhals. Der größte Teil davon, 7,4 und 5,8 Prozent, fiel in die drei Jahre von einem Jahr vor bis zwei Jahre nach der letzten Blutung (Greendale 2012). Genau deshalb sehen die Tabellen weiter unten für Frauen und Männer so unterschiedlich aus.

Messen der Knochendichte: So läuft die DXA-Messung

Der Standard ist die Dual-Röntgen-Absorptiometrie, kurz DXA (auch DEXA). Du liegst dabei auf dem Rücken, ein Messarm fährt über Lendenwirbelsäule und Hüfte, manchmal zusätzlich über den Unterarm. Gemessen werden die Lendenwirbel L1 bis L4, der Schenkelhals und die gesamte Hüfte (Slart 2025). Für die Diagnose zählt der niedrigste T-Wert dieser Regionen, nicht der Durchschnitt (Slart 2025).

Die Strahlenbelastung ist sehr gering. Die effektive Dosis einer DXA liegt bei rund 0,013 mSv für die Lendenwirbelsäule und 0,009 mSv für die Hüfte (Damilakis 2010). Andere Verfahren wie Ultraschall an der Ferse, periphere Messgeräte oder die quantitative Computertomographie gibt es auch. Die WHO-Grenzwerte, die Therapieschwellen und die Kassenleistung beziehen sich aber auf die zentrale DXA (Kanis 2008, G-BA 2013).

Drei Dinge, die du über deinen Befund wissen solltest:

  • Der Absolutwert in g/cm² ist zwischen Geräten nicht vergleichbar. Die Hersteller messen technisch unterschiedlich, deshalb wird der Wert in einen T-Wert oder Z-Wert umgerechnet (Slart 2025). Eine Tabelle mit „normalen Gramm pro Quadratzentimeter nach Alter“ ergibt daher wenig Sinn.
  • Die Lendenwirbelsäule kann sich schönrechnen. Arthrose der Wirbelgelenke erhöht den gemessenen Wert. Rund 40 Prozent der Frauen mit 55 und 85 Prozent der Frauen über 75 haben eine solche Arthrose (Slart 2025). Wirbel, die mehr als einen T-Wert-Punkt vom Nachbarwirbel abweichen, sollen deshalb aus der Auswertung herausfallen. Liegt die Wirbelsäule deutlich besser als die Hüfte, frag nach, ob Arthrose den Wert anhebt.
  • Verlaufsmessungen nur auf demselben Gerät. Kleine Veränderungen liegen im Messfehler. Als echte Veränderung gilt erst, was die kleinste signifikante Änderung des jeweiligen Geräts überschreitet; die ISCD nennt als höchstens akzeptable Schwelle 5,0 Prozent an der Hüfte und 5,3 Prozent an der Lendenwirbelsäule (Slart 2025).

T-Wert und Z-Wert: der Unterschied

Beide Werte sagen, um wie viele Standardabweichungen deine Knochendichte von einem Vergleichswert entfernt liegt. Der Unterschied ist die Vergleichsgruppe, und die entscheidet darüber, welcher Wert für dich zählt.

T-Wert: Vergleich mit jungen Erwachsenen

Der T-Wert vergleicht deine Knochendichte mit der von jungen, gesunden Erwachsenen auf dem Höhepunkt ihrer Knochenmasse. Für die Hüfte ist die international empfohlene Referenz die Gruppe der 20- bis 29-jährigen weißen Frauen aus der US-Studie NHANES III, und zwar auch für Männer (Kanis 2008). Ein T-Wert von −2,0 heißt also: zwei Standardabweichungen unter dem Mittel junger Erwachsener. Weil fast alle Menschen mit dem Alter Knochen verlieren, sinkt der T-Wert mit dem Alter fast zwangsläufig.

Der T-Wert gilt für Frauen nach und um die Menopause und für Männer ab 50 (Slart 2025). Auf ihm beruht die WHO-Einteilung in normal, Osteopenie und Osteoporose.

Z-Wert: Vergleich mit Gleichaltrigen

Der Z-Wert vergleicht dich mit Menschen gleichen Alters und Geschlechts. Ein Z-Wert von 0 heißt: genau so dicht wie der Durchschnitt deiner Altersgruppe. Er zählt bei Kindern und Jugendlichen, bei Frauen vor der Menopause und bei Männern unter 50. Dort soll man laut ISCD gar nicht von Osteopenie oder Osteoporose sprechen, sondern ab einem Z-Wert von −2,0 von einer Knochendichte „unterhalb des für das Alter erwarteten Bereichs“ (Slart 2025).

Bei Älteren ist der Z-Wert trotzdem nützlich, als Hinweis auf die Ursache. Ist er deutlich negativ, verlierst du mehr Knochen als Gleichaltrige, und das spricht für einen zusätzlichen Grund: Medikamente wie Kortison, eine Schilddrüsen- oder Nebenschilddrüsenüberfunktion, eine Darmerkrankung, die Calcium schlecht aufnimmt, oder Untergewicht. Das ist dann ein Befund für die ärztliche Abklärung, nicht für den Supplementschrank.

Knochendichte: Z-Wert-Tabelle

Z-WertEinordnungFür wen
über −2,0Im für das Alter erwarteten BereichKinder, Jugendliche, Frauen vor der Menopause, Männer unter 50
−2,0 und darunterUnterhalb des für das Alter erwarteten Bereichs, Ursachen abklärendieselben Gruppen (ISCD, nach Slart 2025)
deutlich negativ im höheren AlterKeine eigene Diagnose, aber Hinweis auf zusätzliche Ursachen des KnochenverlustsFrauen nach der Menopause, Männer ab 50 (Diagnose läuft dort über den T-Wert)

T-Score-Tabelle: die WHO-Einteilung der Knochendichte

Die Grenzen hat die WHO 1994 festgelegt, und sie gelten bis heute unverändert. Sie hängen nicht vom Alter ab. Ein T-Wert von −2,7 ist mit 55 und mit 85 eine Osteoporose.

T-WertWHO-EinteilungWas das praktisch heißt
−1,0 und höherNormalKeine Knochendichte-Diagnose. Das Bruchrisiko hängt trotzdem von Alter, Stürzen und Risikofaktoren ab
unter −1,0 bis über −2,5Osteopenie (niedrige Knochenmasse)Vorstufe. Bruchrisiko rund 1,8-fach gegenüber normal (Siris 2001). Ob behandelt wird, entscheidet das Gesamtrisiko
−2,5 und darunterOsteoporoseBruchrisiko rund 4-fach gegenüber normal (Siris 2001). Ärztliche Abklärung und meist Therapie
−2,5 und darunter plus BruchSchwere (manifeste) OsteoporoseHohes Risiko für weitere Brüche

Quelle der Grenzwerte: WHO-Definition, wiedergegeben in der aktuellen europäischen DXA-Leitlinie (Slart 2025) und bei Kanis 2008. Die Einteilung beruht auf dem niedrigsten T-Wert an Lendenwirbelsäule, Schenkelhals, gesamter Hüfte oder Unterarm (Slart 2025).

Knochendichte-Tabelle nach Alter: wie häufig Osteopenie und Osteoporose sind

Weil die Grenzwerte fest sind, beantwortet eine Knochendichte-Tabelle nach Alter eine andere Frage: Wie viele Menschen in deinem Alter liegen in welchem Bereich? Die beste Datenbasis dafür ist die US-Gesundheitsstudie NHANES, in der repräsentativ ausgewählte Erwachsene per DXA an Schenkelhals und Lendenwirbelsäule gemessen wurden. Gezählt ist jeweils der schlechtere der beiden Orte (Wright 2014).

Frauen: Knochendichte nach Alter

AlterOsteoporose (T ≤ −2,5)Osteopenie (T −1 bis −2,5)Normal (T ≥ −1), errechnet
50 bis 596,8 %49,3 %rund 44 %
60 bis 6912,3 %53,4 %rund 34 %
70 bis 7925,7 %51,8 %rund 22 %
80 und älter34,9 %52,7 %rund 12 %

Männer: Knochendichte nach Alter

AlterOsteoporose (T ≤ −2,5)Osteopenie (T −1 bis −2,5)Normal (T ≥ −1), errechnet
50 bis 593,4 %30,7 %rund 66 %
60 bis 693,3 %32,9 %rund 64 %
70 bis 795,0 %41,8 %rund 53 %
80 und älter10,9 %53,1 %rund 36 %

Quelle: NHANES 2005 bis 2010, Erwachsene ab 50, nach Alter, Geschlecht und Herkunft auf die US-Bevölkerung gewichtet (Wright 2014, Tabelle 1). Die Spalte „Normal“ ist der Rest auf 100 Prozent und von uns errechnet. Über alle ab 50 hatten 10,3 Prozent eine Osteoporose und 43,9 Prozent eine Osteopenie (Wright 2014).

Für Deutschland gibt es keine vergleichbaren Messdaten an einer Zufallsstichprobe, wohl aber Kassendaten. In der BEST-Studie mit 1,7 Millionen Versicherten der Techniker Krankenkasse hatten 2009 14 Prozent der Menschen ab 50 eine Osteoporose, 24 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer; hochgerechnet 6,3 Millionen Betroffene (Hadji 2013). Die Neuauflage mit Daten von 2018 kam auf 15,9 Prozent und rund 5,87 Millionen Menschen (Hadji 2024). Gezählt wurden dort Diagnosen, typische Brüche und Verordnungen, keine Messwerte. Wer nie gemessen wurde und nie gebrochen ist, fehlt in diesen Zahlen.

Welche Knochendichte ist bei 70-Jährigen normal?

Streng nach WHO ist mit 70 dasselbe normal wie mit 30: ein T-Wert von −1,0 oder höher. Nur erreicht das mit 70 die Minderheit der Frauen. Zwischen 70 und 79 hatten in den NHANES-Daten rund 22 Prozent der Frauen einen normalen Wert, knapp 52 Prozent eine Osteopenie und knapp 26 Prozent eine Osteoporose (Wright 2014). Bei Männern gleichen Alters war gut die Hälfte normal (Wright 2014).

Eine Osteopenie ist mit 70 also statistisch der Normalfall, aber sie ist nicht harmlos, nur weil sie häufig ist. Aus diesem Grund gibt es keinen einzelnen Wert für eine „normale Knochendichte mit 70“, und du solltest einem Befund, der dich mit Gleichaltrigen vergleicht (Z-Wert), in diesem Alter nicht die Diagnose überlassen. Für Therapieentscheidungen zählt ohnehin nicht der T-Wert allein, sondern dein Bruchrisiko. Dazu gleich mehr.

Osteopenie: die Vorstufe zu Osteoporose

Osteopenie heißt: T-Wert zwischen −1 und −2,5. Das ist die Vorstufe zu Osteoporose, keine Krankheit im engeren Sinn, aber ein Signal. In der NORA-Studie mit 200.160 Frauen nach der Menopause ohne bekannte Osteoporose-Diagnose hatten 39,6 Prozent eine Osteopenie und 7,2 Prozent eine Osteoporose, also fast die Hälfte einen bis dahin unentdeckt niedrigen Wert. Im folgenden Jahr war die Bruchrate bei Osteopenie 1,8-mal und bei Osteoporose rund 4-mal so hoch wie bei normaler Knochendichte (Siris 2001).

Noch wichtiger ist die Folgeauswertung an 149.524 Frauen: Nur 6,4 Prozent hatten einen T-Wert von −2,5 oder darunter, und auf sie entfielen nur 18 Prozent der Brüche und 26 Prozent der Hüftbrüche. 82 Prozent der Frauen, die im folgenden Jahr einen Bruch erlitten, lagen besser als −2,5 (Siris 2004). Das liegt daran, dass es sehr viel mehr Menschen mit Osteopenie als mit Osteoporose gibt. Gemessen wurde dort allerdings an Ferse, Finger oder Unterarm, nicht per zentraler DXA. Die Botschaft bleibt: Eine Osteopenie ist der Moment, an dem Training, Ernährung und Sturzvorbeugung am meisten bringen, weil noch genug Knochen da ist, den man erhalten kann.

Was der Wert über dein Bruchrisiko sagt

Pro Standardabweichung weniger Knochendichte steigt das Bruchrisiko im Mittel um das 1,5-Fache. Für Hüftbrüche ist die Messung an der Hüfte mit dem 2,6-Fachen pro Standardabweichung am aussagekräftigsten, für Wirbelbrüche die an der Wirbelsäule mit dem 2,3-Fachen (Marshall 1996). Das ist ein mindestens so starker Zusammenhang wie der zwischen einer Standardabweichung mehr Blutdruck und dem Schlaganfallrisiko. Trotzdem sagt die Messung nicht voraus, wer konkret bricht, nur, wer ein höheres Risiko hat (Marshall 1996).

Deshalb rechnen Leitlinien das Risiko aus Knochendichte und klinischen Faktoren zusammen:

  • FRAX ist der internationale Rechner. Er schätzt die Wahrscheinlichkeit eines Hüftbruchs und eines großen osteoporotischen Bruchs in den nächsten zehn Jahren, mit oder ohne Knochendichte am Schenkelhals. Eingerechnet werden Alter, Geschlecht, BMI, frühere Brüche, Hüftbruch eines Elternteils, Kortison, rheumatoide Arthritis, Rauchen und Alkohol (Kanis 2008b). Der Rechner ist kostenlos und hat eine deutsche Version (FRAX-Rechner).
  • Die DVO-Leitlinie 2023 des Dachverbands Osteologie gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie rechnet mit dem Risiko für Wirbel- und Schenkelhalsbrüche in den nächsten drei Jahren. Ab 3 Prozent wird eine medikamentöse Therapie empfohlen, ab 5 Prozent kann ein knochenaufbauendes Medikament erwogen werden, ab 10 Prozent soll damit begonnen werden (Pfeil 2024). Den Rechenweg macht dein Arzt anhand der Tabellen der Leitlinie (AWMF 183-001).

Beide Rechner kommen nicht immer zum selben Ergebnis. In einer deutschen Auswertung an 555 Frauen erfasste der DVO-Score mehr Frauen mit Wirbelbrüchen, FRAX mit Knochendichte mehr Frauen mit Brüchen an Armen und Beinen; die Autoren raten, beide zu betrachten (Frank 2025).

Wann zahlt die Krankenkasse die Knochendichtemessung?

Die DXA ist in Deutschland keine Vorsorgeuntersuchung, die jeder ab einem bestimmten Alter bekommt. Seit einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 21. Februar 2013 zahlt die gesetzliche Kasse sie, wenn aufgrund konkreter Befunde eine gezielte medikamentöse Behandlung in Frage kommt. Ein Knochenbruch ohne passenden Unfall, etwa eines Wirbelkörpers, ist ein solcher Befund, muss aber seitdem nicht mehr zwingend vorliegen (G-BA 2013). Vorher galt: nur nach einem solchen Bruch und bei begründetem Osteoporoseverdacht.

Wiederholt werden darf die Messung zur Therapieentscheidung frühestens nach fünf Jahren, außer besondere Befunde wie eine hochdosierte Kortisontherapie machen sie früher nötig (G-BA 2013b). Der G-BA begründet das mit dem Messfehler: Die Knochendichte ändert sich ohne neue Befunde so langsam, dass eine kürzere Pause meist keinen verwertbaren Unterschied zeigt.

Die DVO-Leitlinie empfiehlt eine Basisdiagnostik bei Frauen nach der Menopause und Männern ab 50, wenn Risikofaktoren vorliegen, etwa ein Wirbel- oder Schenkelhalsbruch, rheumatoide Arthritis oder eine längere Kortisontherapie. Bei Frauen über 70 soll die Knochendichte auch ohne Risikofaktoren gemessen werden, wenn eine Therapie die Folge sein könnte. Vor der Menopause und bei Männern unter 50 empfiehlt sie wegen des geringen Bruchrisikos keine Routinediagnostik (Pfeil 2024).

Passt nichts davon, ist die Messung eine Selbstzahlerleistung (IGeL). Der Preis richtet sich nach der Gebührenordnung und schwankt je nach Praxis, frag vorher nach. Praktisch heißt das: Sprich deine Hausärztin oder deinen Hausarzt aktiv auf deine Risikofaktoren an. Sind welche da, läuft die Messung oft als Kassenleistung.

Was die Knochendichte hebt

Die Hebel stehen ausführlich im Guide Osteoporose vorbeugen. Hier die Kurzfassung mit den Effektgrößen, damit du deinen Befund einordnen kannst.

Schweres Krafttraining und Sprünge

Knochen reagiert auf hohe, schnelle Belastung, nicht auf leichtes Bewegen. Die LIFTMOR-Studie hat genau das getestet, an 101 Frauen nach der Menopause mit Osteopenie oder Osteoporose, im Mittel 65 Jahre alt. Zweimal pro Woche 30 Minuten angeleitetes Kraft- und Sprungtraining, fünf Sätze à fünf Wiederholungen mit über 85 Prozent der Maximalkraft. Nach acht Monaten war die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule um 2,9 Prozent gestiegen, in der Kontrollgruppe mit leichtem Heimprogramm um 1,2 Prozent gefallen. Am Schenkelhals: plus 0,3 gegen minus 1,9 Prozent. Es gab einen einzigen leichten Zwischenfall, eine Rückenverspannung (Watson 2018).

Wichtig ist das Wort „angeleitet“: Die Frauen trainierten unter enger Aufsicht. In diesen Studien galten eine Eingewöhnungsphase, saubere Hebetechnik und schrittweise gesteigerte Last als Sicherheitsregeln (Kumar 2025). In der Erlanger EFOPS-Studie hielt ein intensives Programm aus Kraft- und Ausdauertraining mit Schwerpunkt Knochen die Knochendichte der Lendenwirbelsäule über 26 Monate stabil (plus 0,7 Prozent), während sie in der Kontrollgruppe um 2,3 Prozent sank (Kemmler 2004). Die neue DVO-Trainingsleitlinie empfiehlt für die Knochenfestigkeit mindestens zwei Einheiten pro Woche mit hohen, schnellen Lasten durch Sprünge und dynamisches Kraft- oder Schnellkrafttraining, gegen Stürze zusätzlich Gleichgewichtsübungen an mindestens drei Tagen (Kemmler 2026). Wie du sicher einsteigst, steht im Krafttraining-Guide, die Sturzseite im Guide Gleichgewicht trainieren.

Protein, Calcium und Vitamin D

  • Protein: Mehr Eiweiß schadet dem Knochen nicht, wie früher befürchtet. In der Meta-Analyse der US-Osteoporose-Stiftung brachte eine höhere Proteinzufuhr an der Lendenwirbelsäule ein kleines Plus von 0,52 Prozent, an Hüfte und Schenkelhals keinen messbaren Effekt (Shams-White 2017). Protein ist vor allem die Grundlage für das Muskeltraining, das den Knochen belastet. Mengen stehen im Guide Protein ab 50.
  • Calcium: Die DVO-Leitlinie empfiehlt mindestens 1.000 mg pro Tag (Pfeil 2024). Mehr Calcium, ob aus Lebensmitteln oder Tabletten, hebt die Knochendichte um 0,6 bis 1,8 Prozent, aber der Effekt wächst mit der Zeit nicht weiter (Tai 2015). Lebensmittel wirkten dabei genauso gut wie Tabletten. Es geht also darum, einen Mangel zu vermeiden, nicht darum, möglichst viel zu nehmen.
  • Vitamin D: Bei ausreichendem Spiegel bringt ein Präparat der Knochendichte kaum etwas. In 23 Studien mit 4.082 Teilnehmern gab es nur am Schenkelhals ein kleines Plus von 0,8 Prozent, an allen anderen Stellen keinen Effekt (Reid 2014). Die DVO-Leitlinie nennt 800 bis 1.000 IE täglich als Basistherapie (Pfeil 2024). Sinnvoll ist das vor allem bei nachgewiesenem Mangel und im Rahmen einer Osteoporosetherapie. Mehr im Vitamin-D-Guide.

Was die Tabellen nicht zeigen: Nicht rauchen und Alkohol begrenzen gehören auf dieselbe Liste. Rauchen und täglicher Alkohol ab drei Einheiten sind feste Risikofaktoren im FRAX-Rechner (Kanis 2008b).

Dein nächster Schritt nach Befund

Dein BefundWas du jetzt tust
T-Wert −1,0 oder höherKnochen erhalten: zweimal pro Woche schweres Krafttraining mit Sprüngen, Calcium über die Ernährung, genug Protein. Neue Messung nur bei neuen Risikofaktoren oder nach frühestens fünf Jahren
Osteopenie (−1 bis −2,5)Bruchrisiko mit der Ärztin oder dem Arzt nach DVO oder FRAX berechnen lassen. Angeleitetes Kraft- und Sprungtraining beginnen, Stürze vorbeugen, Vitamin-D-Spiegel prüfen
Osteoporose (−2,5 und darunter)Ärztlich abklären lassen, auch Ursachen wie Medikamente oder Hormone. Über eine Therapie nach DVO-Leitlinie sprechen. Training nur angeleitet und mit langsam steigender Last
Z-Wert −2,0 oder darunter (unter 50, vor der Menopause)Ursachen suchen lassen, zum Beispiel Kortison, Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Darmerkrankung, Essstörung oder Untergewicht
Bruch ohne passenden Unfall, Größenverlust von 4 cm oder mehrZeitnah ärztlich abklären lassen, auch wenn die Knochendichte „nur“ im Osteopenie-Bereich liegt

Ein Größenverlust von 4 cm oder mehr ist laut DXA-Leitlinie ein Grund, gezielt nach Wirbelbrüchen zu suchen (Slart 2025). Solche Brüche werden leicht übersehen, im Röntgenbild in bis zu 45 Prozent der Fälle (Damilakis 2010).

Häufige Fragen zur Knochendichte

Welcher T-Score-Wert der Knochendichte ist nach Alter normal?

Der T-Wert hat keine Altersnorm. Normal ist in jedem Alter ein Wert von −1,0 oder höher, Osteopenie liegt zwischen −1 und −2,5, Osteoporose bei −2,5 und darunter (Slart 2025). Was sich mit dem Alter ändert, ist die Häufigkeit: Zwischen 50 und 59 haben rund 44 Prozent der Frauen einen normalen Wert, zwischen 70 und 79 noch rund 22 Prozent (Wright 2014).

Welche Knochendichte ist bei 70-Jährigen normal?

Nach WHO ein T-Wert von −1,0 oder höher, wie in jedem Alter. Den erreicht mit 70 aber nur rund jede fünfte Frau und gut jeder zweite Mann; die Mehrheit der Frauen liegt im Osteopenie-Bereich (Wright 2014). Häufig heißt nicht harmlos: Entscheidend ist dein Bruchrisiko, das dein Arzt aus T-Wert, Alter und Risikofaktoren berechnet.

Was ist der Unterschied zwischen T-Wert und Z-Wert?

Der T-Wert vergleicht dich mit jungen Erwachsenen, der Z-Wert mit Gleichaltrigen gleichen Geschlechts. Nach der Menopause und bei Männern ab 50 zählt der T-Wert für die Diagnose, davor der Z-Wert. Ein Z-Wert von −2,0 oder darunter gilt als unterhalb des für das Alter erwarteten Bereichs (Slart 2025).

Ist Osteopenie schon Osteoporose?

Nein. Osteopenie ist die Vorstufe zu Osteoporose. Das Bruchrisiko ist aber schon erhöht, in der NORA-Studie rund 1,8-fach (Siris 2001), und weil so viele Menschen eine Osteopenie haben, entstehen dort die meisten Brüche (Siris 2004). Ob behandelt wird, hängt vom Gesamtrisiko ab.

Wie wird die Knochendichte gemessen?

Mit der DXA, einer Röntgenmessung im Liegen an Lendenwirbelsäule und Hüfte, manchmal am Unterarm. Die Strahlendosis liegt bei rund 0,01 mSv pro Region (Damilakis 2010). Ultraschall an der Ferse ist kein Ersatz, weil die WHO-Grenzen und die Therapieschwellen für die DXA gelten.

Wie oft sollte man die Knochendichte messen?

Als Kassenleistung zur Therapieentscheidung frühestens nach fünf Jahren, früher nur bei besonderen Befunden wie einer hochdosierten Kortisontherapie (G-BA 2013b). Kürzere Abstände zeigen ohne Therapie oder neue Befunde meist nur Messrauschen.

Kann man die Knochendichte wieder erhöhen?

Ja, in kleinen Schritten. Schweres, angeleitetes Kraft- und Sprungtraining hob sie in acht Monaten an der Lendenwirbelsäule um 2,9 Prozent, während sie ohne dieses Training sank (Watson 2018). Mehr Calcium bringt einmalig 0,6 bis 1,8 Prozent (Tai 2015). Bei Osteoporose kommen Medikamente dazu, die stärker wirken.

Quellen

  1. Wright NC et al. The recent prevalence of osteoporosis and low bone mass in the United States based on bone mineral density at the femoral neck or lumbar spine. J Bone Miner Res 2014. PubMed
  2. Slart RHJA et al. Updated practice guideline for dual-energy X-ray absorptiometry (DXA). Eur J Nucl Med Mol Imaging 2025. PubMed
  3. Kanis JA et al. A reference standard for the description of osteoporosis. Bone 2008. PubMed
  4. Kanis JA et al. FRAX and the assessment of fracture probability in men and women from the UK. Osteoporos Int 2008 (Kanis 2008b). PubMed
  5. Siris ES et al. Identification and fracture outcomes of undiagnosed low bone mineral density in postmenopausal women: results from the National Osteoporosis Risk Assessment. JAMA 2001. PubMed
  6. Siris ES et al. Bone mineral density thresholds for pharmacological intervention to prevent fractures. Arch Intern Med 2004. PubMed
  7. Marshall D, Johnell O, Wedel H. Meta-analysis of how well measures of bone mineral density predict occurrence of osteoporotic fractures. BMJ 1996. PubMed
  8. Greendale GA et al. Bone mineral density loss in relation to the final menstrual period in a multiethnic cohort: results from the Study of Women’s Health Across the Nation (SWAN). J Bone Miner Res 2012. PubMed
  9. Weaver CM et al. The National Osteoporosis Foundation’s position statement on peak bone mass development and lifestyle factors: a systematic review and implementation recommendations. Osteoporos Int 2016. PubMed
  10. Damilakis J et al. Radiation exposure in X-ray-based imaging techniques used in osteoporosis. Eur Radiol 2010. PubMed
  11. Hadji P et al. The epidemiology of osteoporosis: Bone Evaluation Study (BEST), an analysis of routine health insurance data. Dtsch Arztebl Int 2013. PubMed
  12. Hadji P et al. Bone evaluation study-2: update on the epidemiology of osteoporosis in Germany. Arch Osteoporos 2024. PubMed
  13. Pfeil A, Lange U. Update DVO-Leitlinie 2023 „Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern ab dem 50. Lebensjahr“. Z Rheumatol 2024. PubMed
  14. Frank A et al. German DVO risk score identified more patients requiring treatment compared to FRAX. Endocr Connect 2025. PubMed
  15. Watson SL et al. High-Intensity Resistance and Impact Training Improves Bone Mineral Density and Physical Function in Postmenopausal Women With Osteopenia and Osteoporosis: The LIFTMOR Randomized Controlled Trial. J Bone Miner Res 2018. PubMed
  16. Kemmler W et al. Benefits of 2 years of intense exercise on bone density, physical fitness, and blood lipids in early postmenopausal osteopenic women: results of the Erlangen Fitness Osteoporosis Prevention Study (EFOPS). Arch Intern Med 2004. PubMed
  17. Kemmler W et al. Exercise for fracture prevention: evidence and consensus-based practice guideline of the osteology umbrella association (DVO). BMC Endocr Disord 2026. PubMed
  18. Shams-White MM et al. Dietary protein and bone health: a systematic review and meta-analysis from the National Osteoporosis Foundation. Am J Clin Nutr 2017. PubMed
  19. Tai V et al. Calcium intake and bone mineral density: systematic review and meta-analysis. BMJ 2015. PubMed
  20. Reid IR, Bolland MJ, Grey A. Effects of vitamin D supplements on bone mineral density: a systematic review and meta-analysis. Lancet 2014. PubMed
  21. Kumar S et al. Exercise for Postmenopausal Bone Health: Can We Raise the Bar? Curr Osteoporos Rep 2025. PubMed
  22. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA 2013). Knochendichtemessung künftig bei weiteren Indikationen Kassenleistung. Pressemitteilung vom 21.02.2013. g-ba.de
  23. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA 2013b). Tragende Gründe zum Beschluss über eine Änderung der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung: Osteodensitometrie bei Osteoporose. g-ba.de
Gregor Karmann, Autor von beyond100

Verfasst von Gregor Karmann

Gregor Karmann ist Gesundheits- und Präventionsmanager und schreibt seit 2023 auf beyond100 über evidenzbasierte Langlebigkeit. Er liest die Studien selbst, testet Methoden und Geräte im eigenen Alltag und empfiehlt nur, was messbar wirkt und bezahlbar bleibt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft, so arbeitet beyond100 mit KI.

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