Marmorstatue eines Arztes mit Stethoskop, der auf eine Checkliste zeigt, Sinnbild für den Check-up 35

Check-up 35: was die Kasse zahlt und was fehlt

Was der Check-up 35 ab 35 alle drei Jahre enthält, welche Longevity-Werte fehlen, was ApoB, Lp(a), HbA1c und Nierenwerte als Selbstzahler kosten und welche Vorsorge dir ab 35, 45 und 50 sonst zusteht.

Marmorstatue eines Arztes mit Stethoskop, der auf eine Checkliste zeigt, Sinnbild für den Check-up 35
Bild: KI-generiert

Kurz gesagt

Ab 35 zahlt die Kasse den Check-up alle drei Jahre: Blutdruck, vier Blutfettwerte, Nüchternzucker, Urin. ApoB, Lp(a), HbA1c und Nierenwerte fehlen.

  • Der Check-up 35 umfasst Anamnese, Ganzkörperuntersuchung, Blutdruck, Gesamt-, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyzeride, Nüchternglukose, einen Urinstreifen und einmalig Hepatitis B und C (G-BA 2021).
  • Die fehlenden Werte sind unterschiedlich gut belegt: Lp(a) einmal im Leben und ApoB empfehlen die europäischen Leitlinien, hs-CRP ausdrücklich nicht als Routine, Vitamin D und TSH nur mit Anlass.
  • Nimm Fragenliste, Impfpass und alte Werte mit und lass ApoB, Lp(a), HbA1c, Kreatinin und Albumin im Urin dazubestimmen. Reine Laborkosten: rund 52 Euro.

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Der Check-up 35 ist die Vorsorgeuntersuchung, die jeder gesetzlich Versicherte ab 35 ohne Beschwerden und ohne Zuzahlung bekommt: alle drei Jahre beim Hausarzt, eine halbe Stunde, dazu eine Blutabnahme. Wer hingeht, bekommt Blutdruck, vier Blutfettwerte, Nüchternzucker und einen Urinstreifen. Was er nicht bekommt, sind die Werte, die das Risiko für Herzinfarkt, Diabetes und Nierenschwäche in den nächsten zwei Jahrzehnten am besten vorhersagen. Dieser Guide zeigt, was drin ist, was fehlt und warum, was die fehlenden Werte als Selbstzahler kosten, für wen sie sinnvoll sind und welche Vorsorge dir ab 35, 45 und 50 sonst zusteht. Am Ende steht eine Fragenliste für das Gespräch.

Wer hat Anspruch, und wie oft?

Zwischen 18 und 34 einmalig, ab 35 alle drei Jahre. So steht es in der Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA 2021). Unter 35 gibt es Blutwerte nur bei einem Risikoprofil, etwa Übergewicht, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie, und den Urintest gibt es erst ab 35. Die Teilnahme ist freiwillig, und niemand erinnert dich an den Termin. Manche Kassen bieten über Hausarztverträge kürzere Abstände oder zusätzliche Werte an. Das ist Kassensache, keine Regel, und eine Nachfrage wert.

Was beim Check-up 35 gemacht wird

Fünf Schritte in einem Termin: Anamnese, körperliche Untersuchung, Labor, Impfstatus, Beratung (G-BA 2021). Die Anamnese fragt nach Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten, Rauchen, Alkohol, Bewegung und nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs in der Familie. Der Ganzkörperstatus umfasst Herz, Lunge, Bauch, Gefäße, Bewegungsapparat, Haut, Sinnesorgane, Nervensystem, Psyche, Gewicht, Größe und Blutdruck.

Das Labor ist überschaubar:

  • Blut: Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin, Triglyzeride und Nüchternplasmaglukose.
  • Urin: Teststreifen auf Eiweiß, Glukose, rote und weiße Blutkörperchen und Nitrit.
  • Einmalig ab 35: Screening auf Hepatitis B und C, seit 2021 Teil des Check-ups. Getestet werden das Oberflächenprotein des Hepatitis-B-Virus und Antikörper gegen Hepatitis C, bei positivem Befund das Virus-Erbgut aus derselben Probe (G-BA 2021).
  • Männer ab 65: einmalig ein Ultraschall der Bauchschlagader auf ein Aneurysma, geregelt in derselben Richtlinie.

Am Ende steht die Beratung: Ergebnisse, Herz-Kreislauf-Risiko, fällige Impfungen, welche Krebsfrüherkennung dir zusteht. Passt es, stellt der Arzt eine Präventionsempfehlung aus, mit der die Kasse einen Kurs zu Bewegung, Ernährung oder Stress bezuschusst (G-BA 2021). Ein ordentliches Programm für eine halbe Stunde. Für ein Bild deines Risikos in zehn oder zwanzig Jahren reicht es nicht, und das liegt an den Werten, die fehlen.

Drin oder nicht drin: die Tabelle

Die Preise sind reine Laborkosten für Selbstzahler zum einfachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte, hier aus der Preisliste eines großen Labors (Labor Gärtner 2026). Andere Labore rechnen bis zum 1,15-fachen Satz ab, dazu kommen Blutentnahme und Beratung beim Arzt.

WertIm Check-up?Was er zeigtLaborpreisFür wen sinnvoll
BlutdruckjaGefäßbelastung, Schlaganfall- und Nierenrisikoinklusivealle
Gesamt-, LDL-, HDL-Cholesterin, Triglyzeridejaklassisches Blutfettprofilinklusivealle
NüchternglukosejaZucker an einem einzigen Morgeninklusivealle
UrinstreifenjaEiweiß, Zucker, Blut, Nitritinklusivealle
ApoBneinZahl der gefäßschädigenden Partikel11,66 Euroalle ab 35, besonders bei hohen Triglyzeriden, Übergewicht, Diabetes
Lp(a)neinerblicher Risikofaktor, ändert sich kaum17,49 Euroalle, einmal im Leben
HbA1cneinZuckerlast der letzten acht bis zwölf Wochen11,66 Euroalle ab 35, besonders bei Übergewicht oder Diabetes in der Familie
Kreatinin mit eGFRneinFilterleistung der Niere2,33 Euroalle ab 35, Pflicht bei Bluthochdruck oder Diabetes
Albumin im Urin (ACR)neinfrüher Nierenschaden, lange bevor der Streifen anschlägt8,74 Eurobei Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht
hs-CRPneinstille Entzündung11,66 Eurooptional, bei mittlerem Risiko als Zusatzinformation
HomocysteinneinB-Vitamin-Status und Gefäßmarker27,98 Eurobei veganer Ernährung, Nierenschwäche, Verdacht auf B12-Mangel
FerritinneinEisenspeicher14,57 EuroFrauen mit Regelblutung, Ausdauersportler, Vegetarier, bei Müdigkeit
25-OH-Vitamin DneinVitamin-D-Versorgung27,98 Euronur mit Anlass, sonst im Winter ohne Test ergänzen
TSHneinSchilddrüsenfunktion14,57 Eurobei Beschwerden oder Schilddrüsenerkrankung in der Familie, nicht als Routine

Welche Zusatzwerte für wen sinnvoll sind

Nicht jeder fehlende Wert ist gleich wichtig. Die Reihenfolge folgt der Evidenz, nicht der Beliebtheit in Longevity-Foren.

Lp(a) und ApoB: die beiden mit Leitlinie

Lipoprotein(a) ist ein erblicher Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Aortenklappenverengung, den rund jeder fünfte Mensch in erhöhter Konzentration trägt und den kein Standardlabor mitliefert. Die Europäische Atherosklerose-Gesellschaft empfiehlt, ihn bei jedem Erwachsenen mindestens einmal im Leben zu messen (Kronenberg 2022). Unter 30 mg/dl (75 nmol/l) gilt das Risiko als gering, über 50 mg/dl (125 nmol/l) als erhöht, dazwischen liegt eine Grauzone, die zusammen mit den übrigen Risikofaktoren bewertet wird. Einmal reicht, weil der Wert weitgehend genetisch festgelegt ist. Was ein erhöhter Wert bedeutet und was du tun kannst, steht im Guide Lipoprotein(a).

ApoB zählt die Partikel, die Cholesterin in die Gefäßwand tragen, und misst das Risiko damit genauer als LDL-Cholesterin allein. Die ESC/EAS-Leitlinie empfiehlt die Bestimmung zur Risikoabschätzung besonders bei hohen Triglyzeriden, Diabetes, Übergewicht, metabolischem Syndrom und sehr niedrigem LDL und nennt als Ziel unter 100 mg/dl bei mittlerem, unter 80 mg/dl bei hohem und unter 65 mg/dl bei sehr hohem Risiko (Mach 2019). Für knapp 12 Euro ist das der beste Zusatzwert, den es gibt. Was du mit dem Ergebnis machst, steht im Guide ApoB senken.

HbA1c: die Zuckerlast statt der Momentaufnahme

Die Nüchternglukose zeigt einen einzigen Morgen, das HbA1c den mittleren Blutzucker der letzten acht bis zwölf Wochen. Nach der Praxisempfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft gilt ein HbA1c ab 6,5 Prozent (48 mmol/mol) oder eine Nüchternglukose ab 126 mg/dl (7,0 mmol/l) als Diabetes, ein HbA1c von 5,7 bis 6,4 Prozent oder eine Nüchternglukose von 100 bis 125 mg/dl (5,6 bis 6,9 mmol/l) als erhöhtes Risiko (Petersmann 2019). Beide Werte zusammen fangen mehr auf als einer allein, und der zweite kostet keine 12 Euro. Wer seinen Zucker im Alltag beobachten will, findet die Anleitung im Guide Blutzucker selber messen.

Nierenwerte: der größte blinde Fleck

Der Check-up hat keinen einzigen Blutwert für die Niere, und der Urinstreifen schlägt erst bei größeren Eiweißmengen an. Die internationale Nierenleitlinie empfiehlt zwei Werte: die geschätzte Filtrationsrate eGFR aus Kreatinin, bei Unsicherheit ergänzt um Cystatin C, und den Albumin-Kreatinin-Quotienten aus einer Urinprobe. Eine eGFR unter 60 ml/min oder ein Albumin-Kreatinin-Quotient ab 30 mg/g über mehr als drei Monate gilt als chronische Nierenkrankheit, und beides läuft lange ohne Beschwerden (KDIGO 2024). Zusammen kosten die beiden Werte rund 11 Euro. Wie du sie einordnest und verbesserst, steht im Guide Nierenwerte verbessern.

hs-CRP und Homocystein: interessant, aber keine Routine

Hochsensitives CRP misst stille Entzündung. In einer Auswertung von 31.245 Patienten unter Statintherapie hatte das oberste Viertel der hs-CRP-Werte ein 1,31-fach höheres Risiko für Herzereignisse und ein 2,42-fach höheres Sterberisiko als das unterste, während LDL-Cholesterin kaum noch trennte (Ridker 2023). Das ist eine Beobachtung an bereits Behandelten, kein Beleg für Gesunde. Die europäische Präventionsleitlinie rät ausdrücklich davon ab, zirkulierende Biomarker routinemäßig zu erheben (Visseren 2021). Wenn du misst, dann ohne Infekt und im Zweifel zweimal, sonst misst du deine Erkältung. Was die Werte bedeuten, steht im Guide Entzündungswerte im Blut. Für Homocystein gilt Ähnliches: ein Marker für den B-Vitamin-Status und die Gefäße, sinnvoll bei veganer Ernährung, Nierenschwäche oder Verdacht auf B12-Mangel, nicht als Routine. Mehr dazu im Guide Homocystein.

Ferritin, Vitamin D, TSH: nur mit Anlass

Ferritin zeigt die Eisenspeicher. Da der Check-up nicht einmal ein Blutbild enthält, bleibt ein Eisenmangel dort unsichtbar. Sinnvoll bei Frauen mit Regelblutung, Ausdauersportlern, Vegetariern und bei unerklärter Müdigkeit. Bei Beschwerden zahlt die Kasse.

Vitamin D ist der beliebteste Selbstzahler-Wert und einer der am wenigsten nötigen: Die Endocrine Society rät seit 2024 von Routinemessungen bei gesunden Erwachsenen unter 75 ab, weil das Ergebnis am Vorgehen nichts ändert (Demay 2024). Wer im Winter ein übliches Präparat nimmt, braucht keinen Test. TSH, der Schilddrüsenwert, ist ähnlich: Die US-Präventionskommission fand keine ausreichende Evidenz für ein Screening bei Erwachsenen ohne Beschwerden (LeFevre 2015). Bei Müdigkeit, Gewichtsveränderung, Herzrasen, Kälteempfindlichkeit oder einer Schilddrüsenerkrankung in der Familie ist die Messung Kassenleistung, weil dann ein Anlass vorliegt.

So bekommst du die Zusatzwerte

Drei Wege, aufsteigend nach Preis. Erstens über die Kasse mit Anlass: Bluthochdruck, Diabetes, deutliches Übergewicht, ein Herzinfarkt in der Familie vor 60 oder auffällige Check-up-Werte sind medizinische Gründe, aus denen Nierenwerte, HbA1c oder ein erweitertes Lipidprofil als Krankenbehandlung laufen. Frag das offen. Zweitens als IGeL beim Hausarzt aus derselben Blutentnahme, das spart den zweiten Termin. Drittens im Direktlabor ohne Arztkontakt, am günstigsten, aber ohne Einordnung.

Als Anhaltspunkt aus der Laborpreisliste: ApoB, Lp(a), HbA1c, Kreatinin und Albumin im Urin kosten zusammen rund 52 Euro, mit Cystatin C und hs-CRP rund 75 Euro, und mit Homocystein, Ferritin, Vitamin D und TSH rund 160 Euro (Labor Gärtner 2026). Lp(a) brauchst du nur einmal. Alles andere passt in den Dreijahresrhythmus des Check-ups, bei auffälligen Werten früher.

Vorsorge-Fahrplan nach Alter

Der Check-up ist eine von vielen Kassenleistungen. Die übrigen verteilen sich über die Lebensjahrzehnte, und niemand erinnert dich an alle.

AbWas dir zustehtIntervall
18Check-up einmalig, Blutwerte nur bei Risikoprofil (G-BA 2021). Zahnkontrolle, Zahnsteinentfernung und Parodontitis-Screening, mit Eintrag ins Bonusheft (Verbraucherzentrale)Zahnkontrolle halbjährlich, Zahnstein jährlich, Parodontitis-Screening alle zwei Jahre
20 (Frauen)Gynäkologische Untersuchung mit Abstrich, ab 30 zusätzlich Abtasten der Brust (G-BA 2026)jährlich
35Check-up mit Labor, einmalig Hepatitis B und C (G-BA 2021). Hautkrebs-Screening als Ganzkörperinspektion beim Hautarzt oder geschulten Hausarzt (G-BA 2026)Check-up alle drei Jahre, Haut alle zwei Jahre
45 (Männer)Tastuntersuchung der Prostata und des äußeren Genitales (G-BA 2026). Der PSA-Test gehört nicht dazujährlich
50Darmkrebs: Stuhltest auf verborgenes Blut oder zwei Darmspiegelungen, seit April 2025 für Frauen und Männer gleich (G-BA 2025). Frauen: Mammographie, seit Juli 2024 bis 75 (G-BA 2024). Starke Raucher mit mindestens 15 Packungsjahren: Niedrigdosis-CT der Lunge, neu seit 2026 (G-BA 2026)Stuhltest alle zwei Jahre oder Darmspiegelung zweimal im Abstand von zehn Jahren; Mammographie alle zwei Jahre; Lungen-CT jährlich
60Impfungen: Der Impfstatus ist Teil des Check-ups (G-BA 2021), was ab 60 und ab 75 dazukommt, steht im Impfkalender der STIKO (RKI 2026)nach Impfkalender
65 (Männer)Ultraschall der Bauchschlagader auf ein Aneurysma (G-BA 2021)einmalig

Zwei Dinge fallen auf. Erstens hängt vieles am Alter 50: Darm, Brust, Lunge. Zweitens gibt es für das, was Menschen zwischen 40 und 65 am häufigsten krank macht, nämlich Gefäße, Stoffwechsel und Niere, nach dem Check-up keine weitere Kassenleistung ohne Anlass. Genau diese Lücke füllen die Zusatzwerte oben.

So bereitest du das Gespräch vor

Der Check-up ist ein Termin von einer halben Stunde. Was du vorher klärst, geht nicht unter. Diese Liste passt auf eine Handynotiz:

  1. Familiengeschichte aufschreiben. Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Eltern und Geschwistern, und in welchem Alter. Diabetes, Nierenerkrankungen, Darm-, Brust-, Haut- und Prostatakrebs. Das entscheidet über Kassenleistungen und über Lp(a).
  2. Blutdruck eine Woche lang zu Hause messen, morgens und abends, und die Werte mitbringen. Ein Praxiswert ist eine Momentaufnahme. Wie du richtig misst, zeigt das Video ab 4:52.
  3. Alte Laborwerte und den Impfpass mitbringen. Ein Verlauf sagt mehr als ein Einzelwert, und der Impfstatus ist Teil des Check-ups.
  4. Nüchtern kommen, also seit dem Vorabend nichts gegessen, nur Wasser. Sonst ist die Nüchternglukose nicht verwertbar.
  5. Zusatzwerte vor der Blutentnahme ansprechen: „Können Sie ApoB, Lp(a), HbA1c, Kreatinin mit eGFR und den Albumin-Kreatinin-Quotienten mitbestimmen? Was davon geht über die Kasse, was kostet der Rest?“
  6. Nach der Einordnung fragen, nicht nur nach „alles in Ordnung“. Welcher Wert ist der wichtigste, welcher soll in drei Jahren anders aussehen, was ist der eine nächste Schritt?
  7. Präventionsempfehlung erbitten, wenn Bewegung, Ernährung oder Stress Thema waren. Damit bezuschusst die Kasse einen Kurs.
  8. Die anderen Termine gleich klären: Hautkrebs-Screening im selben Termin, Darmkrebs ab 50, Impfungen ab 60.

Wann du nicht auf den Check-up wartest: Brustschmerz, Atemnot, plötzliche Sehstörungen, Lähmungen oder Sprachstörungen sind Notfälle, also 112. Ungewollter Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, anhaltende Müdigkeit, neue Hautveränderungen oder ein Blutdruck über 180/110 mmHg zu Hause gehören zeitnah zum Arzt, unabhängig vom Dreijahresrhythmus.

Häufige Fragen

Was wird beim Check-up 35 gemacht?

Ein Gespräch zu Beschwerden, Vorerkrankungen, Lebensstil und Familie, eine körperliche Untersuchung mit Blutdruck, Blut auf Gesamt-, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyzeride und Nüchternglukose, ein Urinstreifen, einmalig ein Hepatitis-B- und -C-Test, die Prüfung des Impfstatus und eine Beratung mit Präventionsempfehlung.

Wie oft zahlt die Kasse den Check-up?

Zwischen 18 und 34 einmal, ab 35 alle drei Jahre. Unter 35 gibt es Blutwerte nur bei Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie. Manche Kassen bieten über Hausarztverträge kürzere Abstände an, das ist freiwillig und keine Regelleistung.

Welche Blutwerte sind beim Check-up 35 enthalten?

Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyzeride und Nüchternplasmaglukose, dazu einmalig Hepatitis B und C. Nicht enthalten sind ApoB, Lp(a), HbA1c, Kreatinin, Cystatin C, Albumin im Urin, hs-CRP, Homocystein, Ferritin, Vitamin D, TSH und ein Blutbild.

Was kostet ein erweiterter Check als Selbstzahler?

Die reinen Laborkosten liegen bei knapp 12 Euro für ApoB, rund 17 Euro für Lp(a), knapp 12 Euro für HbA1c und rund 11 Euro für beide Nierenwerte. Das sinnvolle Kernpaket kostet rund 52 Euro, alles zusammen rund 160 Euro, plus Blutentnahme und Beratung beim Arzt oder eine Pauschale im Direktlabor.

Welche Vorsorge gibt es sonst noch ab 35, 45 und 50?

Ab 35 das Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre. Ab 45 für Männer die jährliche Tastuntersuchung der Prostata. Ab 50 für alle die Darmkrebs-Früherkennung per Stuhltest oder Darmspiegelung, für Frauen die Mammographie alle zwei Jahre bis 75 und für starke Raucher das jährliche Lungen-CT.

Quellen

  1. Gemeinsamer Bundesausschuss. Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie (GU-RL), Fassung vom 20. November 2020, in Kraft seit 12. Februar 2021. g-ba.de
  2. Gemeinsamer Bundesausschuss. Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL), zuletzt geändert am 18. Dezember 2025, in Kraft seit 12. März 2026. g-ba.de
  3. Gemeinsamer Bundesausschuss. Darmkrebs-Vorsorge: Darmspiegelung jetzt auch für Frauen ab 50 Jahren möglich. Meldung vom 1. April 2025. g-ba.de
  4. Gemeinsamer Bundesausschuss. Mammographie-Screening ab 1. Juli auch für Frauen von 70 bis 75 Jahren. Meldung 2024. g-ba.de
  5. Robert Koch-Institut. Impfkalender 2026: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), Epidemiologisches Bulletin 4/2026. rki.de
  6. Verbraucherzentrale. Welche Zahnvorsorge zahlt die Krankenkasse? verbraucherzentrale.de
  7. MVZ Labor Ravensburg (Labor Dr. Gärtner). Preisliste Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), Stand Mai 2026, GOÄ-Faktor 1,0. labor-gaertner.de
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  10. Ridker PM et al. Inflammation and cholesterol as predictors of cardiovascular events among patients receiving statin therapy: a collaborative analysis of three randomised trials. Lancet 2023. PubMed
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  12. Petersmann A et al. Definition, Classification and Diagnosis of Diabetes Mellitus. Exp Clin Endocrinol Diabetes 2019. PubMed
  13. Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group. KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney Int 2024. PubMed
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  15. LeFevre ML, U.S. Preventive Services Task Force. Screening for thyroid dysfunction: U.S. Preventive Services Task Force recommendation statement. Ann Intern Med 2015. PubMed
Gregor Karmann, Autor von beyond100

Verfasst von Gregor Karmann

Gregor Karmann ist Gesundheits- und Präventionsmanager und schreibt seit 2023 auf beyond100 über evidenzbasierte Langlebigkeit. Er liest die Studien selbst, testet Methoden und Geräte im eigenen Alltag und empfiehlt nur, was messbar wirkt und bezahlbar bleibt. Jeder Beitrag wird redaktionell geprüft, so arbeitet beyond100 mit KI.

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